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Häufige Fragen

Was ist eine „Pfarrei neuen Typs“? …und andere Fragen, die Sie sich vielleicht stellen.

Warum kann denn nicht alles einfach so bleiben, wie es ist?
Seit mehr als 20 Jahren erleben wir, dass die Zahlen der Priester zurückgehen, aber auch unsere Gemeinden werden kleiner, um nur 2 Beobachtungen zu nennen. Eine Anpassung unserer kirchlichen Strukturen ist unausweichlich. Versuche, durch stärkere Kooperation im Pastoralen Raum und kirchliche „Notfallregelungen“ (can 517 §2) Entlastung zu schaffen, sind letztlich an Grenzen gestoßen. Der Wandel zu einer „Pfarrei neuen Typs“ soll eine dauerhaft tragfähige Lösung schaffen, in der die Prinzipien der Synodalordnung weiter Gültigkeit haben und wir die Chance ergreifen können, nicht nur einen Mangel zu verwalten, sondern einen Wandel zu gestalten.

Was meint denn „Pfarrei neuen Typs“?
Bildlich gesprochen gruppiert sich die neue Pfarrei nicht wie bisher um einen Kirchturm, sondern besteht aus vielen Kirchtürmen.

Die neue Pfarrei wird ein Netzwerk sein, das nicht nur einen Mittelpunkt hat, sondern viele. Es gibt die Kirchorte, die aus den bestehenden Pfarreien hervorgehen und die ihr jeweiliges Profil entwickeln. Aber auch z. B. Schulen, Kindertagesstätten oder Seniorenheime sind Orte, an denen Glauben gelebt und weitergegeben wird. Sie sind ebenfalls Kirchorte. Alle diese zusammen bilden die neue Pfarrei, die das Ganze der Kirche, also Zeugnis, Nächstenliebe, Gottesdienst und Gebet und die Erfahrung von Gemeinschaft, auf lokaler Ebene abbilden.

Gibt es zukünftig dann nur noch den einen Pfarrgemeinderat für die ganze Pfarrei?
In der neuen Pfarrei wird es einen von allen Katholikinnen und Katholiken gewählten, gemeinsamen Pfarrgemeinderat geben – und dazu viele lokale Ortsausschüsse als Gremien des PGR. Wie der Wahlmodus ist, damit jede Gemeinde im PGR vertreten ist, wie genau die Zusammensetzung der Ortsausschüsse ist und wie die Arbeitsweise gestaltet wird, dazu entwickelt die Projektgruppe „Synodal“ einen Vorschlag.

 Verliert die Gemeinde vor Ort ihre Selbständigkeit?
Die „Pfarrei neuen Typs“ kann das Gemeindeleben am Kirchort nicht ersetzen. Sie bildet einen Rahmen und Bezugspunkt, der das christliche Leben vor Ort abstützt. Die Identität der Kirchorte bleibt erhalten, auch die alten Pfarreinamen werden in Gebrauch bleiben. Es geht nicht darum lebendige Vielfalt einzuebnen, sondern sie in ein konstruktives Zusammenspiel einzubringen – etwa durch ein gemeinsames, für alle verbindliches Pastoralkonzept.

Wie wird sichergestellt, dass im PGR der neuen Pfarrei alle sich vertreten fühlen?
Für den Zusammenschluss zu einer neuen Pfarrei erarbeiten die Gremien eine Gründungsvereinbarung. In dieser kann auch geregelt werden, ob für jede derzeitige Gemeinde eine bestimmte Anzahl von Sitzen im neuen Pfarrgemeinderat reserviert wird. Es bleibt den Beratungen der Gremien vorbehalten hierfür eine kluge Lösung zu finden.

Wie wird in einer so großen Pfarrei noch der Überblick gewahrt?
Der Grundsatz der „Subsidiarität“ ist auch für uns unerlässlich: Was die untere Einheit leisten kann, braucht die obere Einheit nicht beschäftigen. Gleichzeitig gilt es, den Rat des Hl. Benedikt zu berücksichtigen: Was alle angeht oder betrifft, muss auch von allen (oder den von allen gewählten Vertretern) entschieden werden. So arbeitet schon heute der Pastoralausschuss und nach diesem Prinzip ist auch der Prozess der Pfarreiwerdung angelegt.

Die neue Pfarrei soll ein Zentralbüro bekommen. Wird das Pfarrbüro vor Ort also geschlossen?
Nein.  Es ist richtig, dass bestimmte Verwaltungsaufgaben besser zentral erledigt werden können. In der Projektgruppe Pfarrbüro wird ein Vorschlag erarbeitet werden, welche Aufgaben künftig zentral gestaltet werden, wie die Öffnungszeiten der Büros sein werden und was weiterhin vor Ort bleibt. Geplant ist, dass die  lokalen Gemeindebüros als Anlaufstellen erhalten bleiben

 Wenn die bisherigen Pfarreien aufgelöst würden, werden dann alle Angestellten (Erzieherinnen, Sekretärin, Küster…) arbeitslos?
Nein. Die neue Pfarrei tritt in die Rechtsnachfolge der alten Pfarreien. Alle Verträge behalten Gültigkeit.

 Und was geschieht mit dem Pfarreivermögen?
Alle Zweckbindungen bleiben natürlich erhalten. Was z.B. für Caritas in A gespendet wurde, darf auch künftig nur für Caritas in A verwendet werden. Für alles Übrige werden wir in Abstimmung mit dem Bischöflichen Ordinariat faire, gerechte und solidarische Lösungen suchen. Dies ist die Aufgabe der Projektgruppe „Finanzen und Verwaltung“.

Kann denn der Pfarrer in einer so großen Pfarrei überhaupt noch Seelsorger sein? Wie soll er denn seine Gemeindemitglieder überhaupt kennenlernen?

Die Weise, wie ein Priester künftig als Pfarrer einer Pfarrei neuen Typs Seelsorger ist, wird sich sicherlich von der bisher gewohnten unterscheiden. Es wird auch einen „Pfarrer neuen Typs“ geben. Jetzt ist es so, dass der Pfarrer (theoretisch, er tut das nicht, weil es nicht geht) in 11 Pfarrgemeinderäten und Vorständen sowie in 11 Verwaltungsräten anwesend zu sein hat. Hinzu kommt der Pastoralausschuss, um nur einmal bei den synodalen Gremien zu bleiben. Das wären weit über 80 Sitzungen pro Jahr...

Die „Pfarrei neuen Typs“ reduziert die Sitzungen für Haupt- und Ehrenamtliche – ohne allerdings die demokratische Mitbestimmung zu beschädigen. Natürlich bleibt es eine große Zukunftsaufgabe, wie seelsorgliche Nähe sowohl in Bezug auf Priester als auch Pastoral- bzw. Gemeindereferentinnen und –referenten erfahren werden kann. Der wollen wir uns auch stellen.